In Japan leben die Menschen mit der ständigen Angst vor einer neuen Naturkatastrophe und diese ist somit ein Teil des Alltags geworden. Doch was kann getan werden, um die Menschen in Japan vor einer weiteren unvorhergesehenen gewaltigen Naturkatastrophe zu schützen? Am 11. März 2011 wurde Japan von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert, das eine Stärke von 8,9 auf der Richterskala hatte und das schwerste in der gesamten Geschichte Japans war.
Vorwarnung mit einem Frühwarnsystem
Japan hat durch seine einzigartige Lage zwischen vier tektonischen Platten besonders zahlreiche und schwere Erdstöße zu verzeichnen und es gibt dort die weltweit schwersten Beben überhaupt. Japan hat sich deshalb auf den Bau besonders erdbebensicherer Häuser konzentriert, um verheerenden Schäden vorzubeugen; insbesondere soll das Einstürzen von Häusern verhindert werden. Ein von Japan entwickeltes Messverfahren soll neue Erkenntnisse bringen und rechtzeitig vorwarnen. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Alarmsystem, welches in sieben Stufen die genauen Ausmaße eines Bebens vorhersagen soll. Dabei wird die von einem Erdbeben abgesonderte Energie gemessen, wodurch die an der Erdoberfläche zu erwartenden Auswirkungen abgeschätzt werden können.
Die verschiedenen Stufen des Frühwarnsystems
Die erste Stufe zeigt kaum wahrnehmbare Erschütterungen im Erdinneren an und löst den Alarm aus. Die folgenden Stufen alarmieren bei kurz bevorstehenden Beben und ermitteln die zu erwartende Stärke des Bebens auf der Richterskala. Bei der letzten Stufe sind erste Einstürze von Häusern zu verzeichnen und sie zeigt die allerhöchste Alarmbereitschaft an. Bei den Stufen zwei bis sechs können von den Behörden erste Evakuierungen veranlasst und alle Sicherheitskräfte mobilisiert werden. Mit diesem Frühwarnsystem kann der Schaden um ein Beträchtliches reduziert und Menschenleben geschützt werden. Allerdings bedeutet dies keinen hundertprozentigen Schutz, aber es ist eine geeignete Vorsichtsmaßnahme, um Leben zu retten. Durch dieses Frühwarnsystem können die in Japan verwendeten Reaktoren der Atomkraftwerke automatisch heruntergefahren werden und somit kann eine nukleare Katastrophe vermieden werden. Beim Bau von Atomkraftwerken setzt Japan auf eine besondere Technik: Alle Atommeiler werden auf einem felsigen Untergrund gebaut, um die Erschütterungen gering zu halten. Dass dies aber keinen zuverlässigen Schutz bieten kann, hat die katastrophale Unfallserie im Kraftwerk Fukushima Dai-ichi nach dem 11. März 2011 gezeigt.
Die ständige Angst
Die Angst, von einem neuen schweren Erdbeben überrascht zu werden, ist für Japaner geradezu alltäglich. Selbst in Schulen werden Verhaltensregeln gelehrt, und dies hilft besonders Kindern, in einem solchem Fall die richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb ist Aufklärung und Anwendung bestimmter Schutzmaßnahmen in Japan eine wertvolle theoretische Hilfe, um das Schlimmste zu vermeiden. Denn dadurch kann, unter anderem, eine Panik verhindert werden, bei der es zu Toten kommen könnte. Zudem kann auf diese Weise die Solidarität der Japaner untereinander gefestigt werden. So soll einem Chaos vorgebeugt werden. Beim Ausbruch eines Erdbebens leistet das japanische Militär Soforthilfe bei der Bergung von Verschütteten und es leistet erste medizinische Hilfe.
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