Die Krise im Euroraum verschärft sich von Tag zu Tag, und die Politik wirkt ratlos. Als Folge davon brechen die Börsen ein, und das Schicksal einiger europäischer Großbanken erscheint wieder ungewiss. Für Sie in Ihrer Funktion als Anleger ist es deshalb besonders interessant zu wissen, wie sich die Eurokrise möglicherweise entwickeln wird, und wie Sie gegebenenfalls darauf reagieren können. Wenngleich natürlich niemand in die Zukunft blicken kann, so ist es doch möglich einige wahrscheinliche Szenarien zu skizzieren und Ihnen auf deren Grundlage Verhaltensempfehlungen auszusprechen.
Wirtschaftliche Entwicklungen im Zuge der Eurokrise
Ein keineswegs sicheres aber doch wahrscheinliches Resultat der Eurokrise ist das Auseinanderbrechen der Europäischen Währungsunion. Es ist zu erwarten, dass Griechenland als erstes Land aus der Währungsunion ausscheiden muss. Dadurch ermutigt, werden sich die Spekulanten mit entsprechenden Zertifikaten auch auf andere Südeuropäischen Staaten wie Italien, Spanien und Portugal konzentrieren. Sprich, der von der Politik befürchtete Dominoeffekt könnte eintreten und auch die anderen südeuropäischen Staaten aus der Währungsunion ausscheiden. Das Endergebnis einer derartigen Entwicklung wäre wohl eine Restwährungsunion bestehend aus haushaltspolitisch solideren Staaten wie Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Belgien und dem auf fortschreitenden Konsolidierungskurs befindlichem Irland. Hand in Hand mit solch einer Zerstücklung gingen auch Wertverluste des Euro an den internationalen Devisenbörsen.
Sichere Anlage in Edelmetallen
Für Sie als Anleger gibt es mehrere Möglichkeiten auf diese Entwicklungen zu reagieren. Zum einen könnten Sie Ihr Geld in sichere Währungen wie den australischen Dollar oder auch den kanadischen Dollar transferieren. Darüber hinaus böte sich für Sie auch der Erwerb eines auf mehrere Schwellenländeranleihen gut verteilten Schwellenländerrentenfonds an. Viele Schwellenländer haben mittlerweile intakte Staatshaushalte, boomende Wirtschaften und ein vergleichsweise hohes Zinsniveau. Eine weitere Möglichkeit für Sie auf eine Verschärfung der Eurokrise zu reagieren, wäre eine Investition in Edelmetalle und Aktienindices. Gold und Silber verlieren zwar momentan leicht an Wert. Mittel- und langfristig aber dürfte ihr Wertsteigerungsperspektive intakt sein. Sogar eine Investition in einen Aktienindexfonds, also einen Fonds der die Wertentwicklung einen der großen Börsenindices abbildet, könnte sich für Sie lohnen. Dabei sollte zwischen Aktienindexfonds und Aktienindexzertifikat unterschieden werden, denn Aktienindexzertifikate werden bei einer Pleite der dahinter stehenden Bank, im Gegensatz zu Indexfonds, ebenfalls wertlos.
Damit sollten Sie allerdings noch etwas warten, denn erfahrungsgemäß fallen die Aktienindexes in großen Krisen auf ca. 30-40 Prozent ihres ursprünglichen Höchstniveaus. Erst auf einem solch niedrigen Niveau erscheint ein Einstieg wieder sinnvoll.
Wahrscheinliche Politische Auswirkungen der Eurokrise
Das mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Auseinanderbrechen der Eurozone, droht die Fortentwicklung der Europäischen Union zum Stillstand zu bringen. Wenn schon der Euro als Europas bisher wichtigstes Projekt weitgehend scheitert, ist eine positive Fortentwicklung Europas nicht denkbar. Vor diesem Hintergrund, ist wohl von einer weiteren Renationalisierung der Mitgliedstaaten der Europäischen Union auszugehen, und damit verbunden wohl auch von einer zunehmenden Abneigung der Völker Europas untereinander. Schon heute sind Sie als Deutscher in großen Teilen Griechenlands nicht mehr allzu beliebt. Eine solche Entwicklung könnte auch in Spanien oder Portugal einsetzen und Ihnen die Entscheidung diese Länder zu besuchen erschweren.
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